Instagram TV – die neue Plattform für Marketingzwecke?

2010 kreierten Kevin Systrom und Mike Krieger die Plattform Instagram. Eine Milliarde Menschen nutzen sie inzwischen weltweit. Zeit also für ein neues Format – Instagram Television, eine auch mit IGTV abgekürzte App. Der Nutzer kann damit Clips hochladen. Bringt das neue Möglichkeiten für Marketingstrategien? Was sind die Unterschiede zu einem erfolgreichen Format wie YouTube? Wir gehen diesen Fragen hier nach.

IGTV – auch eine Frage des Formates

Klassisch war das frühere Format für TV 16:9. Durch das Smartphone hat man auf ein 9:16 vertikal ausgerichtetes Format umgeschwenkt. Diese so formatierten Clips können für einfache Nutzung bis zu 10 Minuten lang sein. Wer einen verifizierten Account einrichtet, dem stehen dann 60 Minuten zur Verfügung. Bei YouTube etwa gibt es keine Zeitlimitierung. Dort ist das Format mit 16:9 horizontal ausgerichtet geblieben.

IGTV – Suchen und Finden

YouTube setzt bekanntlich auf Einzelseiten, die nach Auswahl gespielt werden. Sie können nach Stichworten gesucht werden oder werden mit aus Nutzerverhalten generierten Listen vorgeschlagen.

Bei IGTV starten Clips, sobald man die App geöffnet hat: Es sind dann Videos der Nutzer, denen man bereits bei Feed oder Stories folgt. Man setzt auf Streaming und Swipen. Es gibt auch eine Suchfunktion, anders als bei YouTube kann man aber nur nach Nutzern suchen und nicht nach Themen, Titeln und Stichworten.

IGTV als Marketing Plattform

Ob und wie man direkt auf Instagram direkt per Klick Geld verdient wie etwa auf YouTube, ist noch unklar und bleibt Zukunftsmusik. Der professionelle „Instagramer“ soll laut Unternehmensphilosophie zunächst mittelbar in seiner Karriere und zugehörigem wirtschaftlichen Erfolg unterstützt werden – Änderungen seien später möglich.

Für das Marketing kann IGTV allerdings sehr interessant werden, wenn man sich drei Dinge vor Augen hält:

  1. Werbetreibende sollten als Zielgruppe die verifizierten Accounts ins Auge fassen. Erwartungsgemäß werden dort die meisten Nutzer mit den meisten Aktivitäten erreicht werden.
  2. Die Zielgruppe der Instagram-Nutzer ist sehr spannend, da sehr jung und auf andere Weise schwer zu erreichen. Bei den bisherigen deutschen Instagram-Nutzern sind über ein Drittel unter 18 Jahre alt. Nimmt man die Gruppe der 18 – 24-Jährigen dazu, sind es bereits fast zwei Drittel. Nur 9 Prozent der Nutzer sind 45 und älter.
  3. Es könnte eine Besonderheit der jungen Nutzer sein, dass sie es mögen, sofort etwas angeboten zu bekommen (Stream and Swipe). Angesichts der scheinbar unendlichen Wahlmöglichkeit ist d ies psychologisch als entlastend zu verstehen. Für erfolgreiche Marketingaktionen ist es dann aber notwendig, dass diese Nutzer als Follower gewonnen werden.